Oft wird die Frage von Besuchern gestellt: War der Dichter und Halberstädter Domsekretär Gleim eigentlich verheiratet? Er war es nicht. Eine Verlobung mit einer Blankenburger Amtmannstochter im Jahr 1753 führte nicht zur Eheschließung; die Verbindung wurde wieder gelöst. Kurz darauf nahm Gleim seine Nichte Sophie Dorothea Gleim (1732-1810), die Tochter seines Bruder Christian Friedrich David, in sein Haus auf. Sie führte ihm fortan den Haushalt und war die Frau an seiner Seite. Sie empfing mit ihm die Gäste, sie begleitete den Onkel auf seinen Reisen und sie wurde von Gleim zur Universalerbin eingesetzt. Für die Freunde Gleims war sie eine wichtige Ansprechpartnerin. Das ´Haus Gleim´ ist ohne Sophie Dorothea Gleim kaum zu denken.
Über die „Hausnichte“, der Anna Louisa Karsch den Beiname „Gleminde“ gab, ist jedoch bislang wenig bekannt, von ihr ist kaum etwas überliefert. Im Rahmen der Vorträge des Neuen Familienkundlichen Abends stellt die Direktorin des Gleimhauses Dr. Ute Pott am Mittwoch, dem 10.11.2010, um 19.30 Uhr die „Hausnichte“ vor und wirft Fragen nach den Möglichkeiten der Emanzipation von Frauen im 18. Jahrhundert auf. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung des Gleimhauses ist frei.
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