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Weltkulturerbe Quedlinburg


PLZ, Ort: 06484 Quedlinburg
Straße: Blankenburger Straße 33
Kontaktperson: Herr Heinemann
Telefon-Nr.: 0171 - 7935004
E-Mail-Adresse:
Homepage: www.info-quedlinburg.de
   
Weltkulturerbe Quedlinburg
Beschreibung:
Weltkulturerbestadt Quedlinburg

Die alte Stadt Quedlinburg, oft als "Eingangspforte zum Harz" bezeichnet, liegt im nördlichen Harzvorland. Im 5. Jahrhundert soll einer Legende zufolge ein Thüringer Edler namens Quitilo mit seinem Gefolge auf dem etwa 30 Meter aufragenden Felsen des Burgberges, den heute das Schloss krönt, die ersten befestigten Anlagen geschaffen haben.

Damals entstand wahrscheinlich die Bezeichnung "Quitilingen", Siedlung des Quitilo. Im Mittelalter trafen hier drei Handelswege aufeinander, die nach Leipzig, Magdeburg und Goslar führten. Um die Jahrtausendwende war Quedlinburg ein Zentrum der politischen Ereignisse des deutschen Kaiserreiches, wie aus alten Urkunden (in denen die Stadt als "Metropolis am Harz" bezeichnet wird) hervorgeht. Nach dem Tode Heinrich I. entstand auf dem Burgberg ein freiweltliches Damenstift, in dem Töchter des deutschen Hochadels eine umfassende Bildung genossen. Die Stadt und 15 umliegende Dörfer waren dem Stift abgabepflichtig.

In dieser Blütezeit siedelten sich hier wohlhabende Patrizier an, die rund um den Markt ihre prächtigen, zum Teil noch heute erhaltenen Wohn- und Geschäftshäuser errichten ließen. Das älteste erhaltene Fachwerkhaus ist der Hochständerbau in der Wordgasse 3, der im ersten Drittel des 14. Jahrhundert errichtet wurde. Der Ständerbau gilt als einfachste Form des Fachwerkbaus, dem ab dem 15. Jahrhundert der technisch ausgereifte Stockwerkbau folgte.

Insgesamt sind in Quedlinburg heute noch ca. 1200 historische Fachwerkbauten aus 5 Jahrhunderten zu finden, größtenteils Stockwerkbauten. Sie prägen mit ihrer reichen Vielfalt an Formen und Verzierungen das Bild des neuzeitlichen Quedlinburgs und gaben den Anlass dafür, dass die etwa 79 ha. historischer Altstadt 1975 zum nationalen Baudenkmal, 1995 gar zum teil des Weltkulturerbes bei der UNESCO wurde. Diese Erbe stellt die Stadt in unserer Zeit aber auch vor eine Herausforderung, die Erhaltung der alten Bausubstanz und die behutsame Sanierung, ohne völlig auf neuzeitliche Stadtstruktur und Wohnkultur zu verzichten.

Seit dem 18. Jahrhundert ließ das Bürgertum das Verständnis für die wertvollen Baudenkmäler vermissen, nicht nur Neubauten, auch ältere Fachwerkhäuser wurden verputzt. Man wollte so Steinbauten vortäuschen, die damals ein Zeichen von Wohlstand waren. Über 800 Häuser im Stadtkern sind als Baudenkmale klassifiziert worden, von denen ca. 1000 sofort saniert werden mussten, um sie zu erhalten.

Zu Beginn der 70er Jahre begann Quedlinburg in das Interesse der Denkmalpfleger zu rücken. Seit 1974 sind polnische Spezialisten und einheimische Fachleute der Denkmalpflege dabei, die erhaltungswürdige Fachwerkbauten zu restaurieren und somit nicht nur die Lebensbedingungen der Bewohner zu verbessern sondern Quedlinburgs Denkmalstatus zu erhalten. Damit soll gewährleistet werden, dass sie auch zukünftig vor jedem Besucher des Schlosses (um mit den Worten des Quedlinburger Klopstocks zu sprechen)"... wie ein Weihnachtsgeschenk zu unseren Füßen ausgebreitet liegt ..."

Mathilde I.

... war von 1000 Jahren Reichäbtissin und somit die mächtigste Frau des deutschen Reiches. Gastgeberin des Reichstages von 973 war die Reichsäbtissin Mathilde I., Regentin des Quedlinburger Stiftes von 966 - 999 und Tochter Kaiser Otto I., des seinerzeit machtvollsten Herrschers im sich gründenden Europa. Die Kaisertochter Mathilde I. regierte vom 7. November 997 über das Jahr 996 bis zu ihrem Tod am 7. Februar 999 infolge Abwesenheit ihres Neffen, Kaiser Otto III. (2. Italienfeldzug), als Stadthalterin des Kaisers den deutschen Reichsteil des 962 begründeten Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation von Quedlinburg aus.

Mathilde I. ist außerdem als Bauherrin der Quedlinburger Stiftskirche, die am 10. März 997 geweiht worden war, in die Geschichte eingegangen. Diese zweite Quedlinburger Stiftskirche war nicht nur ein Gotteshaus, sondern Ort der Machtdemonstration der ersten deutschen Könige und Kaiser.

Quedlinburg die Osterpfalz

In der Osterpfalz Quedlinburg wurde frühe deutsche Geschichte geschrieben - Das bezeugen Reichsäbtissin Mathilde I. und der Friedenschluss mit Ungarn - Zu Ostern feierte der Kaiser in Quedlinburg.

Seit die "Quedlinburg" unter dem ersten deutschen König Heinrich I. Königspfalz wurde, begingen die von Pfalz zu Pfalz umherziehenden Könige und Kaiser bevorzugt ihre Hoftage auf dem Burgberg zu Quedlinburg, gleichzeitig Hauptpfalz der Ottonischen Herrscher und bedeutendstes Weltliches Damenstift.

Mit besonderer Vorliebe feierte die Ottonische Herrscherfamilie mit ihrem Hofstaat das im Mittelalter höchste Feste der christlichen Kirche, das Osterfest, in Quedlinburg. Auf diese Weise ist die "Quedlinburger Königspfalz" als "Osterpfalz" in die Geschichte eingegangen.

Der Quedlinburger Reichstag von Oster 973

Die "Metropole Quedlinburg" und die Quedlinburger sahen an den Ostertagen vor 1025 Jahren nicht nur glänzendes königliches Treiben, sondern auch die Welt der hohen europäischen Diplomatie aus nächster Nähe. Entscheidungen von europäischer und nationaler Tragweite wurden in jenen Tagen in Quedlinburg getroffen.

Der historische Friedenschluss zwischen dem sich gründenden Nationalstaat Ungarn und dem aufstrebenden feudalen deutschen Staat, der vor 1025 Jahren zu Ostern des Jahres 973 auf dem Reichstag zu Quedlinburg zwischen Kaiser Otto I. und Großfürst Geza besiegelt wurde, ist eine solche Entscheidung von nationaler und europäischer Tragweite.

Gesandte aus ganz Europa waren zu diesem Hoftag des deutschen Königs und römischen Kaisers Otto I. nach Quedlinburg gekommen. "Es war einer der Augenblicke in der Reichsgeschichte, die das römische Bild vom mittelalterlichen Kaisertum legitimieren können" schreiben die Historiker.

 

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